Im Streit um die Finanzierung der grenzüberschreitenden Buslinie 983 zwischen Frankfurt (Oder) und Słubice liegt ein konkreter Kompromissvorschlag vor. Dieser wurde am 6. Mai 2026 bei einem gemeinsamen Treffen beider Stadtoberhäupter sowie Frankfurter und Słubicer Stadtverordneten erarbeitet. Er sieht vor, dass Słubice für das Jahr 2026 einen Beitrag von 70.000 Euro übernimmt – das entspricht einem Drittel des erwarteten Defizits des Busbetriebs.

Die Linie 983 wird seit 2023 ohne finanzielle Beteiligung der polnischen Seite betrieben und verzeichnet täglich rund 1.200 Fahrgäste. Oberbürgermeister Dr. Axel Strasser betonte, dass Befragungen und Diskussionen in sozialen Medien eine klare Mehrheit für den Erhalt der Verbindung zeigten – auf beiden Seiten der Grenze.
Parallel dazu warten zwei weitere Beschlussvorlagen seit Januar 2026 auf Abstimmung: eine zur schrittweisen Umsetzung des Mobilitäts- und Verkehrskonzepts für die Doppelstadt 2025–2035 sowie eine zur Gründung eines Frankfurt-Słubicer EVTZ (Europäischer Verbund für territoriale Zusammenarbeit). Beide Vorlagen wurden von der Frankfurter Seite bereits eingehend diskutiert. Die Słubicer Stadtverordnetenversammlung hat bislang jedoch mehrere Terminvorschläge für eine gemeinsame Sitzung abgelehnt.
Der Zeitdruck wächst: Laut Beschluss der Frankfurter Stadtverordneten vom 26. März 2026 soll der Betrieb der Buslinie 983 im Juli auf die Hälfte reduziert und im Dezember vollständig eingestellt werden, sofern keine Einigung erzielt wird. Désirée Schrade, Vorsitzende der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung, mahnte zudem zur Eile beim EVTZ: Angesichts wachsender Konkurrenz um EU-Fördermittel – etwa für das Stadtjubiläum 2028 – gelte: je schneller, desto besser.
Vorschaubild: Symbolbild Canva
Quelle: Stadtverwaltung Frankfurt (Oder)




