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Rund 1.700 Beschäftigte aus über 40 Stahlbetrieben sind dem Aufruf der IG Metall gefolgt und haben in Berlin für eine zukunftsfähige Stahlindustrie demonstriert. Unter dem Motto „Stahl hat Zukunft – bei uns!“ zogen sie vom Brandenburger Tor zu einer Kundgebung vor dem Bundeswirtschaftsministerium. Ihre Forderung: Die beim Stahlgipfel im November des vergangenen Jahres zugesagten Maßnahmen müssen jetzt konsequent umgesetzt werden.

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Zu langsam, zu zögerlich

Jürgen Kerner, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, machte den Handlungsdruck deutlich: „Die Zeit des Zögerns muss jetzt vorbei sein. Die Probleme sind bekannt, die Lösungen liegen auf dem Tisch.“ Europa habe sich entschieden, ab 2050 klimaneutral zu produzieren. Für die IG Metall sei deshalb klar: Die Stahlindustrie müsse bleiben und – soweit möglich – grünen Stahl produzieren. Dafür müsse die Politik aber die Voraussetzungen schaffen.

Balance beim Emissionshandel

Innerhalb der Branche ist ein Streit über das Emissionshandelssystem ETS entbrannt: Betriebe, die ihre Werke schon umgerüstet haben, wollen an der Regelung festhalten, während Nachzügler Mehrkosten fürchten. Kerner warb für Zusammenhalt – „Wenn jeder für sich kämpft, werden wir alle verlieren!“ – und für ein Vorgehen mit Augenmaß: Standorte, die in grünen Stahl investiert haben, bräuchten Verlässlichkeit, andere eine Brücke, wo das Geld für Investitionen fehlt. „Wir gehen in die Zukunft – aber mit allen!“

Fortschritte erkennbar – aber zu langsam

Beim Stahlgipfel im Kanzleramt hatten sich Politik, Industrie und Gewerkschaft 2025 zum Erhalt der Stahlproduktion bekannt und auf die nötigen Maßnahmen verständigt: wettbewerbsfähige Energiepreise, Handelsschutz und Local-Content-Vorgaben. Die IG Metall sieht in allen Feldern Fortschritte, vermisst aber das Tempo. „Das Glas ist halb voll, doch die Hälfte fehlt noch“, so Kerner.

Unterstützung kam auch aus der Politik: Felix Banaszak (Bündnis 90/Die Grünen), Ines Schwerdtner (Die Linke), Andreas Bovenschulte (SPD, Bürgermeister von Bremen und Bundesratspräsident) sowie Sebastian Roloff (SPD) sprachen bei der Kundgebung. Parallel demonstrierten im saarländischen Völklingen mehrere Tausend Stahl-Beschäftigte.


Quelle: IG Metall Vorstand | Pressestelle

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