Invasive Art: Erstes Nest der Asiatischen Hornisse in Brandenburg wird beseitigt
Einsatz in Eisenhüttenstadt – Landesamt für Umwelt ruft Bevölkerung zu Meldungen auf
In Eisenhüttenstadt (Landkreis Oder-Spree) ist am 17. Juli 2026 erstmals die als invasive Art eingestufte Asiatische Hornisse (Vespa velutina) im Land Brandenburg nachgewiesen worden. Auf Veranlassung des Landesamts für Umwelt (LfU) wurde unter dem Dachvorsprung eines Bürogebäudes ein schnell wachsendes Nest bestätigt, in dem auch eine fortpflanzungsfähige Königin festgestellt wurde. Um eine weitere Ausbreitung der Art zu verhindern, soll das Nest am Freitag, 24. Juli 2026, mit Unterstützung der örtlichen Feuerwehr durch vom LfU beauftragte Experten beseitigt werden.
Keine akute Gefahr, aber Vorsicht in Nestnähe geboten
Die Begegnung mit einer einzelnen Asiatischen Hornisse ist für Menschen in der Regel ungefährlich. In der Nähe von Nestern ist jedoch Vorsicht geboten, da die Tiere diese aggressiv verteidigen können. Mit bis zu 2.000 Individuen sind die Völker der Asiatischen Hornisse deutlich größer als die der heimischen Hornisse, die in der Regel bis zu 700 Tiere umfasst. Als invasive Art stellt die Asiatische Hornisse zudem eine potenzielle Gefahr für die Biodiversität dar.
Da es sich beim ersten Fund in Brandenburg um eine isolierte Ansiedlung weitab vom bisherigen Verbreitungsgebiet der Art handelt, stehen die Chancen gut, eine weitere Ausbreitung im Raum Eisenhüttenstadt zu verhindern.
Ausbreitung in Deutschland
Ursprünglich stammt die Asiatische Hornisse aus Südostasien. 2004 wurde sie nach Südfrankreich eingeschleppt, 2014 erreichte sie Deutschland – der erste Nachweis erfolgte nördlich von Karlsruhe – und breitet sich seitdem weiter nach Norden und Osten aus. In Baden-Württemberg, dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen ist sie inzwischen stark verbreitet; mildere Winter begünstigen diese Entwicklung. Einzelfunde gab es bereits in Hamburg, Bremen und Berlin, die bislang Brandenburg am nächsten liegenden Funde stammen von der Elbe in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen.
LfU-Experten hatten daher mit ersten Funden im Westen Brandenburgs gerechnet und Imkerinnen sowie Insektenforscher entsprechend vorbereitet. Der aktuelle Fund an der östlichen Landesgrenze überrascht und geht vermutlich auf eine vom Menschen unbeabsichtigt verschleppte Königin zurück. Einen vergleichbaren Fall gab es 2023 in Berlin, wo die schnelle Beseitigung eines Nestes eine weitere Ansiedlung verhindern konnte.
Warum schnelles Handeln zählt
Die Art fällt wegen ihrer Gefährdung für Imkerei, Landwirtschaft und Biodiversität unter die Regelungen der EU-Verordnung zu invasiven Arten. Auch für den Menschen stellt sie ein Gesundheitsrisiko dar, da sie die Zahl allergischer Schocks durch Insektenstiche erhöhen könnte.
Während eine Beseitigung im Westen Deutschlands vielerorts nicht mehr möglich ist und es dort inzwischen um Schadensbegrenzung geht, besteht im Osten Deutschlands – und damit auch in Brandenburg – noch die Chance, eine Ansiedlung zu verhindern oder deutlich zu verzögern. Das LfU wird deshalb alle entdeckten Nester umgehend beseitigen lassen.
So können Bürgerinnen und Bürger helfen
Das Landesamt für Umwelt ist auf aufmerksame Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Wer eine Asiatische Hornisse oder ein mögliches Nest entdeckt, wird gebeten, den Fund per E-Mail an vvmeldung@imker-brandenburgs.de zu melden.
Für die Bearbeitung werden ein Fotonachweis (mindestens ein Foto), das Sichtungsdatum, die Uhrzeit und der Fundort – nach Möglichkeit mit GPS-Daten – sowie Name, Vorname und eine Telefonnummer für Rückfragen benötigt.
Wichtig: Die Tiere sollten weder getötet noch eingefangen werden, da Verwechslungsgefahr mit geschützten heimischen Arten besteht – diese machten bislang 100 Prozent der Verdachtsmeldungen aus. Die Entfernung von Nestern ist ausschließlich ausgebildeten, vom LfU beauftragten Fachleuten vorbehalten, da die Tiere ihre Nester bei Störung massiv verteidigen.
Woran erkennt man die Asiatische Hornisse?
Die Asiatische Hornisse ist etwas kleiner als die heimische Europäische Hornisse:
Königinnen legen zunächst Primärnester an geschützten Orten an, etwa in Carports, Schuppen, Garagen oder Scheunen. Erreicht das Volk eine gewisse Größe, zieht es in ein Sekundärnest um. Diese befinden sich meist hoch gelegen, oft in Bäumen hängend, und sind im Laub häufig nur schwer zu erkennen.
Weiterführende Informationen zur Asiatischen Hornisse und weiteren Arten der EU-Verordnung zu invasiven Arten: lfu.brandenburg.de/info/invasiveArten
Quelle: Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Brandenburg (MLEUV).




