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Die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2025 zeigt einen deutlichen Rückgang der Gesamtkriminalität in Brandenburg. Gleichzeitig bereiten steigende Zahlen bei Wohnungseinbrüchen und Gewaltkriminalität den Behörden Sorge.

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In Brandenburg sind im vergangenen Jahr erneut weniger Straftaten registriert worden. Laut der heute vorgestellten Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 sank die Gesamtzahl um 5,7 Prozent auf 166.508 Fälle. Rechnet man Verstöße gegen das Aufenthalts- und Asylrecht heraus, liegt die Zahl sogar bei 151.124 – ein historischer Tiefstwert. Die Aufklärungsquote blieb mit 57,7 Prozent annähernd stabil.

Besonders deutlich fiel der Rückgang bei Diebstahlsdelikten aus, die rund ein Drittel der Gesamtkriminalität ausmachen. Die Zahl der Fälle sank um 4,5 Prozent auf 50.612. Autodiebstähle gingen um knapp 21 Prozent zurück, bei Fahrraddiebstählen wurde mit 7.548 Fällen sogar der niedrigste Stand seit Beginn der Statistik erreicht. Zum Vergleich: 1996 waren es noch fast 30.000 gestohlene Fahrräder.

Deutlich zugenommen hat dagegen die Zahl der Wohnungseinbrüche – ein Anstieg um 23,7 Prozent auf 3.164 Fälle. Zwei Drittel davon entfielen auf den engeren Verflechtungsraum rund um Berlin. Polizeipräsident Oliver Stepien betonte, dass die Täter zunehmend überregional und professionell agierten, und empfahl den Bürgern die kostenlosen Beratungsangebote der Polizei zur Einbruchsprävention.

Auch die Gewaltkriminalität stieg leicht um zwei Prozent auf 5.443 Fälle. Fast ein Viertel der Gewalttaten ereignete sich in Wohnungen. Positiv ist hingegen, dass die Fälle häuslicher Gewalt um 5,2 Prozent auf 6.434 zurückgingen. Im Bereich der häuslichen Gewalt wurden 2025 die Ermittlungen zum Tod von fünf weiblichen Opfern abgeschlossen.

Weiterhin auf hohem Niveau bleiben Angriffe auf Einsatzkräfte. Zwar ging die Zahl der Gewalttaten gegen Polizeibeamte leicht auf 1.365 zurück, das entspricht aber immer noch rund vier Angriffen pro Tag. Bei Attacken auf Feuerwehr- und Rettungskräfte wurde mit 73 Fällen sogar ein neuer Höchstwert erreicht. Innenminister Dr. Jan Redmann nannte jeden einzelnen Angriff auf Einsatzkräfte „einen zu viel“.

Einen starken Rückgang gab es bei der Rauschgiftkriminalität: Die Fallzahlen sanken um 38,5 Prozent auf 3.045 – bereits das sechste Jahr in Folge mit sinkender Tendenz. Erstmals wirkte sich 2025 die Cannabis-Teillegalisierung auf ein volles Statistikjahr aus. Die Zahl der Rauschgifttoten stieg allerdings leicht um zwei auf 19.

Bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung verzeichnete die Statistik einen Anstieg um 18,5 Prozent auf 3.344 Fälle. Der Zuwachs geht vor allem auf die Verbreitung und den Besitz kinder- und jugendpornografischer Inhalte zurück – bei mehr als der Hälfte dieser Fälle waren die Tatverdächtigen minderjährig.

An den Schulen im Land ging die Zahl der Opferdelikte leicht um 3,3 Prozent auf 1.531 zurück. Körperverletzungen im Schulkontext sanken um knapp zwölf Prozent. Dennoch bleibt das Niveau hoch – mehr als jedes zehnte Opfer im Schulbereich ist eine Lehrkraft.


Quelle: MIK Land Brandenburg

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