Brandenburgs Landesregierung will dem wachsenden Ärztemangel auf dem Land mit einer neuen Landärztequote begegnen. Das Kabinett hat einen Gesetzentwurf beschlossen, der einen Teil der Medizin-Studienplätze an der neuen Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL CT) in Cottbus gezielt für angehende Landärzte reserviert.
Konkret sollen voraussichtlich zehn Prozent der Erstsemester-Plätze an Bewerberinnen und Bewerber gehen, die sich verpflichten, nach dem Studium mindestens zehn Jahre lang als Hausärztin oder Hausarzt in unterversorgten Regionen Brandenburgs zu arbeiten. Der Vorteil für die Studierenden: Sie können auch ohne lange Wartezeit nach dem Schulabschluss ins Medizinstudium starten.
Warum der Handlungsdruck groß ist: Ende 2024 waren laut Kassenärztlicher Vereinigung Brandenburg (KVBB) rund 1.700 Hausärzte im Land tätig. Doch mehr als ein Drittel von ihnen ist bereits 60 Jahre oder älter, knapp 17 Prozent haben die 65 schon überschritten. In vielen ländlichen Praxen fehlt eine Nachfolge.
Ministerpräsident Dietmar Woidke sprach von einem „entscheidenden Schritt“, um die medizinische Versorgung in allen Regionen zu sichern. Gesundheitsminister René Wilke betonte, dass Landärzte weit mehr leisteten als reine Grundversorgung – ihre Praxen seien auch soziale Anlaufpunkte. Ob jemand ein guter Arzt werde, bemesse sich an weit mehr als einer Abiturnote.
Ergänzt wird die Quote durch Stipendien im Rahmen des Landärzteprogramms sowie Förderprogramme der KVBB, darunter finanzielle Unterstützung bei Praxistagen, Mentorenprogramme und Zuschüsse zur Facharztweiterbildung. Der Gesetzentwurf geht nun in den Landtag.
Quelle: Land Brandenburg




