Die Polizeidirektion Ost verzeichnet für das Jahr 2025 einen deutlichen Rückgang der Gesamtkriminalität. Gleichzeitig gibt es aber auch Bereiche, in denen die Fallzahlen gestiegen sind – etwa bei Wohnungseinbrüchen, Gewaltkriminalität und Sexualdelikten.

Gesamtbilanz: Rückgang um fast zehn Prozent
Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Ost wurden im vergangenen Jahr insgesamt 47.732 Straftaten registriert – das sind 4.961 Fälle oder 9,4 Prozent weniger als 2024. Die Aufklärungsquote stieg auf 61,7 Prozent (Vorjahr: 59,9 Prozent) und liegt damit deutlich über dem Landesdurchschnitt von 57,7 Prozent.
Tatverdächtige: Weniger junge Delinquenten
Die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen sank auf 23.070 (2024: 25.322). Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger ging auf 44,4 Prozent zurück (Vorjahr: 45,7 Prozent). Erklärend sei jedoch erwähnt, dass in dieser Gesamtzahl tatverdächtiger Personen nichtdeutscher Herkunft die Fälle des Verstoßes gegen das Aufenthalts-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetz enthalten sind. Allein hier sank die Zahl von 7.452 auf 6.180 Fälle – was einen erheblichen Teil des Gesamtrückgangs erklärt.
Erfreulich: In allen Altersgruppen unter 21 Jahren sinken die Zahlen. Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren bilden mit 2.009 Tatverdächtigen weiterhin die größte Gruppe, gefolgt von Heranwachsenden (1.755) und Kindern unter 14 Jahren (1.279).
Diebstähle: Rückgang – außer bei Wohnungseinbrüchen
Diebstahlsdelikte machen mit 13.401 Fällen weiterhin 28,1 Prozent aller Straftaten aus. Die Zahl sank um 1.839 Taten, die Aufklärungsquote stieg auf 29,2 Prozent.
Deutliche Rückgänge gab es bei Kfz-Diebstählen (von 649 auf 512) und Diebstählen aus Fahrzeugen (von 1.723 auf 1.357). Schwerpunktregionen bleiben der Berliner Speckgürtel und die Grenzgemeinden.
Besorgniserregend ist dagegen der Anstieg bei Wohnungseinbrüchen: 968 Fälle nach 644 im Vorjahr. Immerhin blieben 46,7 Prozent davon im Versuchsstadium stecken – ein Hinweis darauf, dass Schutzmaßnahmen wirken. Die Aufklärungsquote sank jedoch auf 10,3 Prozent.
Betrug: Täter weichen auf Messenger aus
2025 wurden 3.410 Betrugsfälle angezeigt (Vorjahr: 3.814) – immer noch fast zehn Taten pro Tag. Auffällig: Die Täter nutzen zunehmend Messengerdienste statt Telefon oder E-Mail. Klassische Maschen wie Enkeltrick oder falscher Polizeibeamter bleiben verbreitet.
Gewaltkriminalität: Fallzahlen steigen, Aufklärung auch
Bei Gewaltdelikten stieg die Zahl von 1.605 auf 1.777 Fälle. Gleichzeitig erhöhte sich die Aufklärungsquote auf 83,3 Prozent. Bei Straftaten gegen das Leben wurden 26 Fälle registriert (Vorjahr: 18), davon konnten 24 geklärt werden.
Ein besonders schwerer Fall ereignete sich am 13. Januar 2025 im uckermärkischen Casekow: Ein 27-Jähriger tötete nach einer Trennung den Bruder und eine nahe Angehörige seiner 19-jährigen Ex-Partnerin; die junge Frau überlebte schwer verletzt. Der Täter wurde in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen.
Messerangriffe und häusliche Gewalt
Messer kamen in 262 Fällen als Tat- oder Drohmittel zum Einsatz (Vorjahr: 247). Auffällig: Der Anteil jugendlicher Tatverdächtiger unter 21 Jahren stieg von 30,7 auf 35,9 Prozent.
Bei häuslicher Gewalt wurden 1.816 Fälle erfasst – leicht weniger als 2024. Frauen sind nach wie vor weit überproportional betroffen: 1.350 weiblichen Opfern stehen 580 männliche gegenüber.
Sexualdelikte: Deutlicher Anstieg
Die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung stieg auf 947 (Vorjahr: 767), die Aufklärungsquote erreichte 95,2 Prozent. Besonders deutlich zugenommen hat der sexuelle Missbrauch von Kindern: 169 Fälle nach 133 im Vorjahr. Auch bei kinderpornografischen Inhalten verzeichnete die Polizei einen Anstieg – von 222 auf 306 Fälle, die zu 100 Prozent aufgeklärt wurden.
Ein besonders schwerer Fall endete am 27. Mai 2025 vor dem Landgericht Frankfurt (Oder): Ein 47-jähriger Frankfurter wurde zu 14,5 Jahren Haft verurteilt, seine Verlobte zu 14 Jahren. Das Paar hatte über Jahre hinweg die eigenen Töchter missbraucht.
Rauschgiftkriminalität: Deutlicher Rückgang
Die Zahl der Rauschgiftdelikte halbierte sich nahezu – von 1.542 auf 729 Fälle. Die Aufklärungsquote stieg auf 92,0 Prozent. Ein Zusammenhang mit der Teil-Legalisierung von Cannabis ist naheliegend. Die Polizei warnt allerdings: Der illegale Handel werde dadurch nicht verschwinden. Im Juli 2025 hob die Polizei in Bad Freienwalde eine Cannabisplantage mit rund 1.000 Pflanzen aus.
Politisch motivierte Kriminalität
Die Zahl politisch motivierter Straftaten sank deutlich von 2.211 auf 1.562 – auch, weil 2024 Landtagswahlen stattfanden. Rechtsmotivierte Taten bilden mit 1.089 Fällen weiterhin den Schwerpunkt, während linksmotivierte Delikte stark zurückgingen (von 556 auf 174). Bei den politisch motivierten Gewaltdelikten insgesamt blieben die Zahlen stabil (95 nach 93), wobei rechtsmotivierte Gewalt von 35 auf 52 Fälle zunahm.
Gewalt gegen Polizeibeamte
382 Fälle registrierte die Polizei in dieser Kategorie (Vorjahr: 387). In 150 Fällen standen die Tatverdächtigen unter Alkoholeinfluss. Neu und besorgniserregend: Zwölfmal führten Tatverdächtige Schusswaffen mit sich – 2024 war dies in keinem einzigen Fall vorgekommen.
Quelle: PD Ost




