Wasserstand der Spree sinkt weiter – Land ruft Phase 2 des Niedrigwasserkonzepts aus
Arbeitsgruppe beschließt Schließung mehrerer Schleusen im Unterspreewald
Die anhaltende Trockenheit setzt der Spree weiter zu: Am Pegel Leibsch Unterpegel wurden zuletzt nur noch 1,4 Kubikmeter Wasser pro Sekunde gemessen – deutlich weniger als der vorgeschriebene Mindestabfluss von 4,5 Kubikmetern pro Sekunde. Das Landesamt für Umwelt hat deshalb die zweite Phase des Niedrigwasserbewirtschaftungskonzeptes für das mittlere Spreegebiet ausgerufen.
Die Lage in Zahlen
- Vorgeschriebener Mindestabfluss am Pegel Leibsch Unterpegel: 4,5 m³/s
- Aktueller Abfluss (Stand 17. August 2026): 1,4 m³/s
- Angestrebter Zielkorridor: 2,0 bis 2,5 m³/s
- Mindestabfluss bereits seit Ende Mai 2026 dauerhaft unterschritten
Grund für die Verschärfung sind die geringen Niederschläge seit 2025 im gesamten Einzugsgebiet der Spree. Besonders im oberen Einzugsgebiet fielen mitunter nur 70 Prozent der für die Jahreszeit üblichen Regenmenge, wie Messungen der DWD-Wetterstation Kubschütz bei Bautzen zeigen. Die Talsperren und Speicher im oberen Einzugsgebiet waren bis Ende April im Schnitt nur zur Hälfte gefüllt. Lediglich der Zielwasserstand der Talsperre Spremberg konnte gehalten werden – allerdings sank auch dort der Pegel zeitweise um mehrere Zentimeter pro Tag, weil kaum noch Wasser nachfloss.
Erste Maßnahmen reichen nicht mehr aus
Bereits Ende Mai hatte die Arbeitsgruppe Niedrigwasserbewirtschaftung – bestehend aus dem Landesamt für Umwelt, den zuständigen unteren Wasserbehörden und den Gewässerunterhaltungsverbänden – die erste Phase des Konzepts ausgerufen. Die damaligen Maßnahmen traten zum 1. Juni 2026 in Kraft. Weil sich die Lage durch die sommerliche Hitze und die eingeschränkten Stützungsmöglichkeiten der Talsperre Spremberg weiter zuspitzte, folgte in der vergangenen Woche die Ausrufung von Phase 2. Dazu gehören unter anderem eine Reduzierung von Wasserausleitungen aus der Spree sowie die Vorbereitung eines Verbots von Oberflächenwasserentnahmen für Eigentümer und Anlieger im betroffenen Gebiet.
Schleusen im Unterspreewald werden geschlossen
Am 17. August 2026 kam die Arbeitsgruppe erneut zusammen. Ergebnis der Beratung: Mehrere Schleusen im Unterspreewald – Krausnicker Strom, Groß Wasserburg sowie der Beginn des Dahme-Umflut-Kanals – werden geschlossen. Zusätzlich sollen die Wasserstände der Staugürtel schrittweise und behutsam abgesenkt werden, beginnend im Unterspreewald und fortgesetzt in Richtung Schmogrow. Ziel ist es, den Abfluss am Pegel Leibsch Unterpegel im Korridor zwischen 2,0 und 2,5 Kubikmetern pro Sekunde zu stabilisieren.
Für die laufende Woche sind zwar kühlere Temperaturen und vereinzelte Niederschläge vorhergesagt, kurzfristiger Regen dürfte die Abflüsse aber nur vorübergehend stabilisieren. Das Landesamt für Umwelt stuft die wasserwirtschaftliche Situation im Einzugsgebiet der Spree weiterhin als angespannt ein.
Quelle: Landesamt für Umwelt Brandenburg




