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30 Jahre Stiftung Stift Neuzelle: Jubiläumswochenende im Kloster

Vom 16. bis 18. Oktober 2026 feiert die Stiftung Stift Neuzelle ihr 30-jähriges Bestehen. Auf dem Programm stehen ein Festkonzert des Poznaner Knabenchors, zwei Symposien zu den weltweit einzigartigen Neuzeller Passionsdarstellungen, zahlreiche kostenfreie Führungen und freier Eintritt in die Museen.

Das Land Brandenburg hat die Stiftung 1996 gegründet. Seitdem pflegt sie das historische und kulturelle Erbe des ehemaligen Zisterzienserklosters und bewahrt die denkmalgeschützte Klosteranlage. In den vergangenen 30 Jahren wurde das Ensemble aufwendig saniert und wiederhergestellt. Zwei Museen erzählen inzwischen seine Geschichte: das Klostermuseum im Kreuzgang und das Museum Himmlisches Theater mit den Passionsdarstellungen vom Heiligen Grab. Mit seinem ganzjährigen Veranstaltungs- und Führungsprogramm ist das Kloster zu einem wichtigen kulturellen Treffpunkt geworden.

Höhepunkt: Festkonzert mit dem Poznaner Knabenchor

Musikalischer Höhepunkt ist das Festkonzert des Poznaner Knabenchors am Samstag, 17. Oktober, um 16:00 Uhr in der Stiftskirche St. Marien. Die Kirche gehört zu den Zeugnissen jener Künstler und Handwerker, die Neuzelle zum Barockwunder Brandenburgs gemacht haben. Im prachtvollen Kirchenraum verbinden sich die Knabenstimmen und die barocke Architektur zu einem besonderen Konzerterlebnis. Karten kosten 30 Euro.

275 Jahre alt und weltweit einzigartig

Im Mittelpunkt der beiden Symposien stehen die Neuzeller Passionsdarstellungen vom Heiligen Grab. Sie entstanden 1751 und sind damit 275 Jahre alt. Fünf Schauplätze mit 15 Szenen erzählen die Passionsgeschichte und beeindrucken durch ihre Größe und ihren Umfang. Dass ein solches Ensemble barocker Theaterkulissen im Original erhalten ist, ist weltweit einzigartig; ein vergleichbares Beispiel ist bislang nicht bekannt. Eine Besonderheit sind die deutschen Bibelzitate, die sich teils direkt an die Betrachtenden richten.

Die bemalten Hölzer begleiten die Stiftung seit ihren Anfängen: Wiederentdeckt wurden sie 1997 bei der Sanierung des Kirchturms, dem ersten Bauprojekt, das Mitarbeitende der Stiftung begleiteten. Seitdem haben viele Studierende, Mitarbeitende und Fachleute zu Erfassung, Forschung, Dekontamination, Erhaltung, Ausstellung und Vermittlung beigetragen. Ende 2025 wurde das letzte Restaurierungsprojekt abgeschlossen.

Zu sehen sind die Passionsdarstellungen im Museum Himmlisches Theater im Neubau unter dem Weinberg der Klosteranlage. Gezeigt werden jeweils zwei Szenen, jede Neuaufstellung ist eine Premiere. Seit November 2025 sind „Kleiderberaubung Jesu“ (Szene 11) und „Ecce homo“ (Szene 8) zu sehen. Vier der 15 restaurierten Szenen wurden noch nie gezeigt.

Das Programm im Überblick

Freitag, 16. Oktober10:30 UhrFestakt mit geladenen Gästen in der Aula der Rahn Education im Campus Stift Neuzelle. Die Festrede hält Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke. Zugleich wird Geschäftsführer Norbert Kannowsky nach mehr als 20 Jahren in den Ruhestand verabschiedet.14:00 bis 19:00 UhrÖffentliches Symposium „Die Neuzeller Passionsdarstellungen – Leiden und Auferstehung einer barocken Inszenierung“ im Refektorium. Die Plätze sind begrenzt, um rechtzeitige Anmeldung wird gebeten.HinweisDie Museen sind an diesem Tag für den regulären Besucherverkehr geschlossen.

Samstag, 17. Oktober10:00 bis 15:45 UhrWissenschaftliches Symposium zu den Passionsdarstellungen, gemeinsam mit dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum. Für Fachleute aus Kunstgeschichte, Denkmalpflege und Restaurierung; nur mit Anmeldung, Gebühr 20 Euro.11:00 UhrRundgang mit Herrn Battmer: aktuelle Bauprojekte auf der Klosteranlage11:00 UhrKostenfreie Führung der Katholischen Pfarrgemeinde in der Kirche St. Marien12:00 UhrRundgang mit Herrn Hörnig und Hund Calle: 10 Jahre Forstbetrieb der Stiftung13:00 UhrRundgang mit Herrn Mainz: 15 Jahre Gartenabteilung14:00 UhrRundgang mit Frau Behrens: Mietobjekte und Liegenschaften in Neuzelle16:00 UhrFestkonzert mit dem Poznaner Knabenchor in der Stiftskirche St. Marien, 30 Euro

Sonntag, 18. Oktober11:00 UhrMit Frau Thater: Passionsdarstellungen im Museum Himmlisches Theater – Hochbarock neu inszeniert11:00 UhrFührung durch die Stiftskirche St. Marien mit der Katholischen Pfarrgemeinde11:45 UhrMit Herrn Görlitz: Gesamtführung – fünf Stationen Neuzeller Klostergeschichte und Architektur12:30 UhrMit Dipl.-Restauratorin Dr. Schmidt-Breitung: Restaurierung in Theorie und Praxis im spätgotischen Kreuzgang13:30 UhrMit Herrn Vollmar: Passionsdarstellungen im Museum Himmlisches Theater – Hochbarock neu inszeniert13:30 und 14:30 UhrMit Dipl.-Restaurator Lukas Böwe: die Restaurierung der Kirchenvorhalle von St. Marien – barocker Stuckmarmor und Wandfresken in Not15:00 UhrMit Herrn Köhler: ein Gang durch die Geschichte der Klosteranlage im Klostermuseum mit Kreuzgang16:00 UhrKonzert „Alte Musik im Kloster“ in der Pfarrkirche Zum Heiligen Kreuz mit Studierenden der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin unter Leitung von Robert Nassmacher, 15 Euro

Am Samstag und Sonntag feiert die Stiftung neben dem Jubiläum auch die Europäische Woche der Restaurierung. An beiden Tagen ist der Eintritt in die Museen von 10:00 bis 16:00 Uhr frei. Die Führungen am Sonntag übernehmen Restauratorinnen und Restauratoren sowie das Gästeführerteam des Klosters.

Gut zu wissenFührungen:Alle Sonderführungen sind kostenfrei. Coupons gibt es jeweils ab 10:00 Uhr in der Kloster-Information im Tor-Portal (derzeit eingerüstet), zunächst nur einer pro Person. Reservierungen vorab sind nicht möglich, die Teilnehmerzahl ist begrenzt.Treffpunkt:vor der Kloster-Information, ausgeschildertBarrierefreiheit:Die Führungen sind meist nicht barrierefrei.Tickets:Kloster-Information im Portal, online unter www.klosterneuzelle.de und bei allen Reservix-Vorverkaufsstellen, gegebenenfalls zuzüglich VorverkaufsgebührenKontakt:Fragen und Anmeldungen: Telefon 033652 814-28 oder museum@stift-neuzelle.de

Quelle: Stiftung Stift Neuzelle