Guben/Zielona Góra – Die grenzüberschreitende Bahnverbindung zwischen Guben und Zielona Góra hat einen Qualitätssprung gemacht: Seit dem 29. November verkehrt die Regionalbahnlinie RB92 rund 20 Minuten schneller als bisher. Die Fahrzeit verkürzt sich auf etwa eine Stunde – damit ist die Bahn nun genauso schnell wie das Auto.
„Die Beschleunigung der RB92 ist ein wichtiger Erfolg für die deutsch-polnische Zusammenarbeit“, erklärte Brandenburgs Infrastrukturminister Detlef Tabbert. Die Verbindung werde damit deutlich attraktiver für Pendler und Reisende und stärke den Wirtschafts- und Lebensraum beiderseits der Grenze.
Von 85 auf 60 Minuten
Bisher benötigte die Regionalbahn zwischen Guben und Zielona Góra 80 bis 85 Minuten, der zwischenzeitlich eingesetzte Ersatzbus sogar rund 125 Minuten. Möglich wurde die Zeitersparnis durch umfangreiche Revitalisierungsarbeiten des polnischen Infrastrukturbetreibers PKP PLK auf dem Abschnitt Gubin–Czerwiensk. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit für Personenzüge konnte von teilweise nur 50 km/h auf überwiegend 100 km/h angehoben werden.
Zunächst verkehren fünf Zugpaare täglich auf der Strecke. Ab dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember kommt ein sechstes Zugpaar hinzu.
Reaktivierung trägt Früchte
Die Bahnstrecke war erst im Juni 2022 nach über zehnjähriger Unterbrechung für den Personenverkehr reaktiviert worden. Seitdem wurde das Angebot kontinuierlich ausgebaut – vom Wochenendverkehr bis zum ganztägigen Betrieb ab Dezember 2022.
Besonders im polnischen Abschnitt erfreut sich die Verbindung großer Beliebtheit, da sie wichtige Städte des Landkreises Krosno mit den Knotenpunkten Zielona Góra und Guben verbindet. In Kombination mit dem RE10 entstehen zudem neue internationale Verbindungen, etwa von Leipzig nach Zielona Góra in rund vier Stunden.
Weiterer Ausbau angestrebt
Mit der erreichten Fahrzeit setzt das Land Brandenburg ein Ziel aus dem 2023 abgeschlossenen Interreg-Projekt „RailBLu“ um, das vom Infrastrukturministerium gemeinsam mit dem Marschallamt der Woiwodschaft Lubuskie und dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg erarbeitet wurde.
Der im Projekt angestrebte Zwei-Stunden-Takt ist allerdings noch nicht erreicht. Daran wollen die Partner – vorbehaltlich der erforderlichen finanziellen Mittel – weiterarbeiten, um das grenzüberschreitende Angebot schrittweise auszubauen.
Quelle: MIL Land Brandenburg




