Brandenburg verzeichnet Rückgang bei Genehmigungen – Berlin legt deutlich zu – Fachgemeinschaft Bau fordert schnellere Prozesse und praxisnahe Vergabereform

Die Baugenehmigungen in Deutschland stabilisieren sich auf niedrigem Niveau, während der Wohnungsbedarf weiterhin deutlich höher bleibt als die tatsächliche Bautätigkeit. Ein genauer Blick auf die Hauptstadtregion zeigt dabei sehr unterschiedliche Entwicklungen in Brandenburg und Berlin.
Brandenburg: Rückgang bei Genehmigungen
Von Januar bis September 2025 wurden in Brandenburg 6.057 Wohnungen genehmigt – rund elf Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. In neuen Wohn- und Nichtwohngebäuden entstehen 5.277 Wohnungen, ein leichter Rückgang von 4,1 Prozent.
Auch bei den Bauvorhaben im Wohn- und Nichtwohnbau zeigt sich ein Negativtrend: 3.938 Genehmigungen wurden erteilt, ein Minus von 21 Prozent. Davon entfallen 479 auf den Neubau gewerblicher Bauten (Vorjahreszeitraum: 553).
Differenziert nach Gebäudetypen ergibt sich folgendes Bild: In Ein- und Zweifamilienhäusern sind 2.317 Wohnungen geplant (+2,4 Prozent), in Mehrfamilienhäusern 2.940 (-5,2 Prozent). Durch Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden kommen 780 weitere Wohnungen hinzu – deutlich weniger als im Vorjahr (1.313).
Berlin: Deutliches Plus
Im selben Zeitraum verzeichnet Berlin 10.253 genehmigte Wohnungen, ein deutliches Plus von 34,5 Prozent. Davon entstehen 82 Prozent in neuen Wohn- und Nichtwohngebäuden.
Bei den Bauvorhaben wurden 1.922 Genehmigungen für den Wohn- und Nichtwohnbau gemeldet (+29 Prozent), darunter 153 für den Neubau gewerblicher Bauten (Vorjahreszeitraum: 172).
In Ein- und Zweifamilienhäusern entstehen 653 Wohnungen (+47,7 Prozent), in Mehrfamilienhäusern 7.692 (+21,9 Prozent). Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden schaffen 1.847 zusätzliche Wohnungen (Vorjahr: 812).
Klare Forderungen der Bauwirtschaft
„Die Zahlen zeigen, Brandenburg bleibt hinter den Erwartungen zurück“, analysiert Katarzyna Siwek, Geschäftsführerin der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg. Um die Bauaktivität zu stärken, fordert sie konkrete Maßnahmen:
- Digitale Genehmigungsprozesse
- Verbindliche Fristen
- Weniger Bürokratie
- Konsequente Umsetzung der Beschleunigungsmaßnahmen
Ebenso entscheidend sei eine praxisnahe Vergabereform. „Die jüngst angehobenen Wertgrenzen sind ein richtiger Schritt, müssen aber durch transparente Verfahren, stärkere Losvergabe und digitale Vergabeplattformen ergänzt werden“, betont Siwek. Nur so könnten regionale Unternehmen profitieren und Projekte schneller realisiert werden.
„Nur mit verlässlichen Rahmenbedingungen und einer spürbaren Vergabereform können Investitionen wieder anziehen und die Bauwirtschaft ihren Beitrag zur Wohnraumversorgung leisten“, so das Fazit der Geschäftsführerin.
Quelle: Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg e.V.



