Am 8. Januar 2026 verstarb überraschend Michael Voll, der Frankfurt (Oder) über Jahrzehnte hinweg als Stadtplaner, Maler und Grafiker mitgestaltete. Mit seinem Tod verliert die Stadt einen Künstler, der den öffentlichen Raum nachhaltig bereichert hat.

Michael Volls künstlerische Handschrift war unverwechselbar: Filigrane, sich überlagernde Linien auf Tagebuchblättern formten Landschaften, Stadtvisionen und immer wieder menschliche Porträts. Diese charakteristische Zeichenweise machte den gebürtigen Frankfurter zu einem wichtigen Vertreter der regionalen Kunstszene.
Vom Betonfacharbeiter zum Künstler
Nach seiner Ausbildung als Betonfacharbeiter studierte Voll von 1968 bis 1972 Architektur in Weimar. Seine berufliche Laufbahn begann er als Architekt in Frankfurt (Oder), wo er von 1972 bis 1979 tätig war. Anschließend wagte er den Schritt in die künstlerische Selbstständigkeit und arbeitete ab 1979 als freiberuflicher Maler und Grafiker – seiner Heimatstadt blieb er dabei stets verbunden.
Bleibende Spuren im Stadtbild
Bis heute prägen Michael Volls Arbeiten das Frankfurter Stadtbild: Ende der 1980er-Jahre schuf er die beiden Betonreliefs „Technische Formen“ und „Bauformen“ an Hausfassaden in der Großen Scharrnstraße. In der St.-Marien-Kirche gestaltete er drei Fenster, und im Rathaus hängt eine atmosphärische Stadtansicht aus der Vogelperspektive – ein eindrucksvolles Beispiel seiner feingliedrigen Zeichenkunst.
Werke des Künstlers werden im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst bewahrt und sind zudem über die städtische Artothek ausleihbar.
Mit Michael Voll verliert Frankfurt (Oder) nicht nur einen talentierten Künstler, sondern auch einen Menschen, der seiner Stadt über 50 Jahre lang treu blieb und sie mit seinem Schaffen bereicherte.
Quelle: Stadtverwaltung Frankfurt (Oder)



