Brandenburg bleibt von der Insolvenzwelle im Bauhauptgewerbe verschont. Wie aktuelle Zahlen des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg zeigen, bewegten sich die Fallzahlen 2025 auf weiterhin niedrigem Niveau. Im ersten Quartal wurden 5 Insolvenzen registriert, im zweiten 7 und im dritten Quartal 4. Diese Werte liegen im Bereich der typischen Bandbreite der Vorjahre.

Ein völlig anderes Bild zeigt sich in Berlin: Dort schnellte die Zahl der Insolvenzen im dritten Quartal 2025 auf 17 hoch – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahresquartal mit nur 6 Fällen. Der Jahresverlauf zeigt eine deutliche Aufwärtsbewegung: 10 Fälle im ersten, 8 im zweiten und 17 im dritten Quartal.
„Der deutliche Anstieg in Berlin ist ein Signal, das wir mit Sorge betrachten“, sagt Katarzyna Siwek, Geschäftsführerin der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg. Aus Sicht des Verbands können überfrachtete Vergabeverfahren, komplexe Planungsprozesse und anspruchsvolle Finanzierungsbedingungen den Druck auf bauausführende Unternehmen erheblich beeinflussen.
Die Fachgemeinschaft, die rund 900 Betriebe in der Region vertritt, hat einen Runden Tisch „Praxisnahe Vergabe“ initiiert und in einem Positionspapier konkrete Reformvorschläge an die zuständigen Senatsverwaltungen adressiert. Die Forderungen: spürbare Beschleunigung von Vergabe- und Genehmigungsprozessen, weniger Bürokratie sowie verlässlichere Zahlungsabläufe öffentlicher Auftraggeber.
„Kommt es in zentralen Bereichen der Bauausführung zu Verzögerungen oder Unsicherheiten, wirkt sich das unmittelbar auf die wirtschaftliche Stabilität der Unternehmen aus“, so Siwek.
Quelle: Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg e.V.



