Nachbarschaftshilfe in der Pflege: Volkssolidarität fordert klare Standards

Die Volkssolidarität Landesverband Brandenburg begrüßt die neuen Regelungen zur Nachbarschaftshilfe für pflegebedürftige Menschen, mahnt jedoch eine sorgfältige Ausgestaltung an. „Nachbarschaftshilfe kann eine wichtige Ergänzung zur professionellen Pflege sein, darf jedoch nicht zu Lasten von Qualität, Sicherheit oder der Helferinnen und Helfer gehen“, erklärt Katharina Slanina, Vorstandsvorsitzende des Landesverbandes. Der Verband sieht drei zentrale Handlungsfelder: verpflichtende Schulungen für Nachbarschaftshelfer, rechtliche Klarheit bei Haftungs- und Versicherungsfragen sowie professionelle Begleitung zur Vermeidung von Überforderung im Ehrenamt. Die entstehenden Kosten sollten vom Land getragen werden.
Die Volkssolidarität plädiert zudem dafür, Nachbarschaftshilfe an bestehende Strukturen der Sozialverbände anzubinden, um Einsätze zu koordinieren und verlässliche Qualität sicherzustellen – ohne unnötige Bürokratie.
Kartoffeln gehören auf den Teller – nicht in die Biogasanlage
Angesichts der aktuellen Überproduktion von Kartoffeln in Brandenburg fordert die Volkssolidarität Landesverband Brandenburg die Landesregierung auf, überschüssige Ernteerträge nicht energetisch zu verwerten, sondern gezielt sozial zu nutzen. Die kürzlich in Berlin gestartete Aktion zur kostenlosen Verteilung von Millionen Kilogramm Kartoffeln zeigt, dass praktikable und solidarische Lösungen möglich sind. Auch in Brandenburg könnten überschüssige Kartoffeln an Tafeln, Suppenküchen, soziale Einrichtungen sowie kostenfrei an Kitas und Schulen abgegeben werden. „Es ist nicht vermittelbar, dass genießbare Lebensmittel entsorgt oder verheizt werden, während immer mehr Menschen auf Unterstützung angewiesen sind. Kartoffeln sind ein Grundnahrungsmittel – sie gehören auf den Teller und nicht in die Biogasanlage“, erklärt Katharina Slanina, Vorstandsvorsitzende der Volkssolidarität Landesverband Brandenburg.
Ein solches Vorgehen würde nicht nur soziale Härten abfedern, sondern zugleich die heimische Landwirtschaft stärken und Lebensmittelverschwendung vermeiden. Die Volkssolidarität spricht sich daher für ein landesweit koordiniertes Verteilkonzept aus – getragen von Politik, Landwirtschaft und sozialen Trägern.
„Cottbus-Gipfel“: Gemeinsam für sichere Schulen und gelingende Integration
Nach Gewaltvorfällen an Cottbuser Schulen haben sich Innenminister René Wilke, Bildungsminister Steffen Freiberg und Oberbürgermeister Tobias Schick zu einem Krisengespräch getroffen. Ziel ist es, die Sicherheit an Schulen zu erhöhen und gleichzeitig die Integration in der wachsenden Stadt zu verbessern. Im Stadtteil Sachsendorf haben sich über Jahre Konflikte entwickelt, die auch in Schulen hineingetragen werden. „Die Eltern fordern zu Recht Sicherheit und gleichberechtigte Bildungschancen für ihre Kinder“, erklärte Oberbürgermeister Schick. „Wir benennen die Probleme klar, aber arbeiten auch an Lösungen.“ Innenminister Wilke betonte: „Dieses Paket kann als übertragbares Vorbild für vergleichbare Fälle in unserem Land dienen. Denn es geht um Cottbus, aber auch um das gesamte Land. Schulen müssen sichere Orte sein, die der guten Entwicklung und Reifung unserer Kinder dienen.“ An der Regine-Hildebrandt-Grundschule wurden Sicherheitsdienste eingesetzt, die Schulleitung personell verstärkt und Schulwegsicherungen ausgebaut. Temporäre Lerngruppen für besonders auffällige Schüler werden eingerichtet, Mittel aus dem Start-Chancen-Programm genutzt. Die Polizei führt Gefährderansprachen durch und hat eine Ermittlungsgruppe gebildet. „Eine dauerhafte Perspektive braucht kurz-, mittel- und langfristige Ansätze für die Sicherheit vor Ort und einen geordneten Schulbetrieb“, so Bildungsminister Freiberg. Um Integrationsstrukturen zu stärken, führt das Land eine kreisspezifische Wohnsitzauflage ein. „Konzentrationseffekte mit negativer Wirkung auf Integration und einen funktionierenden Sozialraum sind auch durch mangelnde Steuerung entstanden“, erklärte Wilke. „Das gilt es im Sinne aller, die hier sind und die zu uns kommen, zu korrigieren.“ Mit mehr Verbindlichkeit sollen Integrationsstrukturen zugewiesene Menschen besser begleiten können.
Für den Frühsommer ist ein „Cottbus-Gipfel“ geplant, bei dem langfristige Lösungsansätze als mögliche Blaupause für andere Kommunen vertieft werden sollen. „Bei den Themen Bildung sowie Ordnung und Sicherheit gibt es einen Schulterschluss zwischen Stadt und Land“, betonten die drei Gesprächspartner.
Brandenburg-Tag auf der Grünen Woche: Dorf- und Erntefest kommt nach Damelang
Beim Brandenburg-Tag auf der Grünen Woche gab es gleich mehrere Highlights: Das 21. Brandenburger Dorf- und Erntefest findet am 12. September 2026 in Damelang in der Gemeinde Planebruch statt. Der Ort am Rande des Naturparks Hoher Fläming überzeugte mit seinem aktiven Vereinsleben und der über 800-jährigen Geschichte. Die Gewinner der Landeswettbewerbe wurden gezogen: Beim Wettbewerb „LAND-WIRT-SCHAF(F)T-RAUM“ für die 8. und 9. Klassen nahmen 64 Klassen mit 1.284 Schülerinnen und Schülern teil. Beim Wettbewerb „Landwirtschaft und ländlicher Raum“ für die 5. Klassen beteiligten sich 30 Klassen mit 971 Schülerinnen und Schülern. Die Gewinnerklassen dürfen sich auf Klassenfahrten, Exkursionen oder lokale Produkte für Klassenfeste freuen.
Agrarministerin Hanka Mittelstädt gab außerdem bekannt, dass die zentrale Eröffnung der 31. Landpartie am 13. Juni auf dem Landwirtschaftsbetrieb Domin im Landkreis Oberspreewald-Lausitz stattfinden wird.
Klimagasinventur 2024: Brandenburg erreicht historischen Tiefstand
Brandenburg hat 2024 einen historischen Tiefstand bei Treibhausgasemissionen erreicht. Mit rund 54,6 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten sanken die Emissionen gegenüber dem Vorjahr um 4 Prozent – der niedrigste Wert seit 1990 und sogar unter dem Corona-Jahr 2020. „Im Vergleich der Bundesländer belegt Brandenburg den Spitzenplatz bei der absoluten Senkung der Pro-Kopf-Emissionen gegenüber 1990“, erklärte Klimaschutzminister Daniel Keller. „Damit beweisen wir, dass Wirtschaftswachstum und die gleichzeitige Senkung von Treibhausgasemissionen möglich sind.“ Hauptgründe für den Rückgang sind die rückläufige Braunkohleverstromung sowie hohe Energiekosten und Weltmarktturbulenzen. Im Agrar- und Abfallbereich wurden die Zielstellungen bereits erreicht. Mit der schrittweisen Außerbetriebnahme weiterer Kraftwerksblöcke in Jänschwalde wird auch im Energiesektor ein erheblicher Minderungseffekt erwartet. Die Landesregierung bekennt sich weiterhin zum Ziel der Klimaneutralität bis 2045.
Der Bericht zur Klimagasinventur des Landes Brandenburg für das Jahr 2024
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