Die Konjunktur in der Metropolregion Berlin-Brandenburg kommt zum Jahresbeginn 2026 nicht in Schwung. Der Konjunkturklimaindex der Berliner und Brandenburger Industrie- und Handelskammern liegt bei 102 Punkten – nur knapp über der Stillstandsmarke von 100 Punkten. Damit dauert die wirtschaftliche Schwächephase bereits länger als drei Jahre und übertrifft damit alle Wachstumsdellen der vergangenen zwei Jahrzehnte.
Die Geschäftslage hat sich zwar geringfügig verbessert, der Lageindikator stieg um zwei Punkte auf neun Punkte. Von einem echten Aufschwung ist die Region jedoch weit entfernt. In keinem Wirtschaftszweig zeigt sich ein stabiler positiver Trend. In Brandenburg sorgen vor allem Dienstleistungen und ein leicht verbessertes Handelsumfeld für minimale Aufhellungen. In Berlin gewinnt die Industrie etwas an Fahrt – 32 Prozent der Betriebe melden steigende Exporte, im Herbst waren es nur 18 Prozent. Handel und Gastgewerbe leiden hingegen weiter unter der schwachen Konsumstimmung.
Der Blick nach vorne bleibt von Skepsis geprägt. Unternehmen halten sich bei Einstellungen und Investitionen zurück: Nur noch 54 Prozent planen überhaupt Investitionen, Kapazitätserweiterungen sind die Ausnahme. Positiv fällt auf, dass die Bereitschaft zu Investitionen in Digitalisierung und Automatisierung stabil bleibt.
Als größtes Geschäftsrisiko nennen zwei Drittel der Unternehmen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen – konkret: Bürokratie, lange Genehmigungsverfahren und steuerliche Belastungen, gefolgt von hohen Arbeitskosten und schwachem Inlandsabsatz.
Die IHK-Hauptgeschäftsführer schlagen Alarm. André Fritsche (IHK Cottbus) sieht keine Trendumkehr, Christian Herzog (IHK Potsdam) warnt davor, dass allein im Kammerbezirk Potsdam über 150.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen, weil jedes zweite Unternehmen in den nächsten zehn Jahren einen Nachfolger sucht. Manja Schreiner (IHK Berlin) fordert, auf eine Ausbildungsplatzabgabe zu verzichten und Debatten über Enteignungen zu beenden. Monique Zweig (IHK Ostbrandenburg) betont, dass die Kombination aus ausbleibenden Investitionen, schwacher Nachfrage und steigenden Kosten das Wachstum von heute und morgen bremst.




