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Politisch motivierte Kriminalität in Brandenburg geht zurück – Gewalt von rechts nimmt aber weiter zu

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Die Polizei in Brandenburg hat 2025 rund ein Fünftel weniger politisch motivierte Straftaten registriert als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg die Zahl rechter Gewalttaten deutlich an. Auch antisemitische Straftaten verharren auf hohem Niveau.

Insgesamt zählte die Polizei im vergangenen Jahr 5.443 politisch motivierte Straftaten – nach 6.813 Fällen im Jahr 2024. Das entspricht einem Rückgang um rund 20 Prozent. Im Zehnjahresvergleich bleibt dies dennoch der zweithöchste Wert. Die Aufklärungsquote stieg leicht von 43,1 auf 45,2 Prozent. Die Zahlen wurden von Innenminister Dr. Jan Redmann und Polizeipräsident Oliver Stepien am 16. April in Potsdam vorgestellt.

Wahlstraftaten als Haupttreiber des Rückgangs

Maßgeblich für den Rückgang ist die deutlich gesunkene Zahl der Straftaten rund um Wahlen: 723 Fälle im Jahr 2025 stehen 1.877 Fällen im Superwahljahr 2024 gegenüber – ein Minus von 61,5 Prozent. Hinzu kommt der Wegfall von 236 Straftaten im Zusammenhang mit den Protesten rund um das Tesla-Werk.

Gewalttaten von rechts steigen um 28 Prozent

Gegenläufig entwickelten sich die politisch motivierten Gewaltdelikte: Insgesamt wurden 228 Fälle registriert (2024: 225). Der Anstieg geht allein auf den Phänomenbereich rechts zurück – hier verzeichnete die Polizei 145 Gewaltstraftaten, 32 mehr als im Vorjahr (+28,3 Prozent). Den Schwerpunkt bilden Körperverletzungen und Widerstandsdelikte gegen Vollstreckungsbeamte.

PMK-rechts bleibt größter Phänomenbereich

Der Bereich PMK-rechts umfasst mit 3.557 Fällen (-1,9 %) weiterhin fast zwei Drittel aller politisch motivierten Straftaten. 62,3 Prozent davon sind Propagandadelikte – etwa das Verbreiten verfassungsfeindlicher Kennzeichen. Propagandadelikte insgesamt bilden mit 2.407 Fällen (44,2 %) den größten Deliktsbereich der PMK.

In den anderen Phänomenbereichen gingen die Zahlen zurück: PMK-links sank um 35,5 Prozent auf 756 Fälle, die Kategorie „sonstige Zuordnung“ um 48,2 Prozent auf 939 Fälle.

Antisemitische Straftaten auf hohem Niveau

273 antisemitische Straftaten wurden 2025 erfasst – nahezu unverändert gegenüber den 275 Fällen des Vorjahres. Sechs davon waren Gewaltdelikte. Der überwiegende Teil (235 Fälle) wird der PMK-rechts zugerechnet.

Straftaten gegen Amts- und Mandatsträger

Die Polizei registrierte 367 Straftaten zum Nachteil von Amts- und Mandatsträgern, ein Rückgang um 9,6 Prozent. Das Innenministerium führt die weiterhin hohen Fallzahlen auch auf die zunehmende Sensibilisierung der Betroffenen zurück, die zu einer Verschiebung vom Dunkel- ins Hellfeld beitrage.

Polizei: „Kriminalität wird jünger und digitaler“

Polizeipräsident Oliver Stepien betonte, die politisch motivierte Kriminalität verändere ihr Gesicht – sie werde jünger, digitaler und in Teilen gewaltbereiter. Prävention könne nicht allein Aufgabe der Polizei sein, sondern erfordere gesellschaftliches Engagement, um Radikalisierung frühzeitig zu erkennen.

Innenminister Redmann kündigte an, der Polizei mit der Novelle des Polizeigesetzes erweiterte Befugnisse zur Bekämpfung politisch motivierter Kriminalität zu geben. Auch ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren sei ein möglicher Baustein.


Quelle: Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg, 16. April 2026

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