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Der Weg zum Bargeld wird in Brandenburg immer länger. Vor allem im Norden und Osten des Landes müssen Bürgerinnen und Bürger häufig zehn Kilometer oder mehr zurücklegen, um zum nächsten Geldautomaten oder einer Ladenkasse mit Bargeldauszahlung zu kommen. Damit liegt das Land bundesweit über dem Durchschnitt. Das war ein zentrales Ergebnis einer digitalen Veranstaltung der Verbraucherzentrale Brandenburg am 20. April 2026, bei der Landtagsabgeordnete, die Bundesbank, Ministeriumsvertreter und der Seniorenrat über den Zugang zu Bargeld diskutierten.

Sparkassen in der Verantwortung

Die Verbraucherzentrale sieht dringenden Handlungsbedarf. Die Zahl der Bankfilialen und Geldautomaten sei in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen – trotz der besonderen Verantwortung der Sparkassen. „Wir setzen uns dafür ein, dass die Landesregierung die Bereitstellung von Geldzugangspunkten endlich konkret im Brandenburgischen Sparkassengesetz regelt, damit die Anstalten öffentlichen Rechts dieser Verantwortung auch nachkommen und nicht zu Online-Banken werden“, sagte Dr. Christian A. Rumpke, Vorstand der Verbraucherzentrale Brandenburg.

Bereits 2023 hatte die Verbraucherzentrale ein verwaltungswissenschaftliches Rechtsgutachten vorgelegt. Es zeigt auf, wie die Bundesländer über ihre Sparkassengesetze den Erhalt von Filialen und Automaten in der Fläche sichern könnten.

Wahlfreiheit und Krisenvorsorge

Auch aus der Politik kam Unterstützung. „Für die Menschen in Brandenburg ist Wahlfreiheit auch beim Bezahlen entscheidend. Eine zuverlässige Bargeldversorgung, im ländlichen Raum mindestens durch Automaten, ist unerlässlich“, betonte die SPD-Landtagsabgeordnete Melanie Balzer. Ihr Fraktionskollege Udo Wernitz verwies auf die Bedeutung von Bargeld in Krisenzeiten: Bei Stromausfällen oder Cyberangriffen sichere es die Handlungsfähigkeit.

Besonders wichtig für ältere Menschen

Wie wichtig eine gute Bargeldinfrastruktur gerade für Seniorinnen und Senioren ist, machte Sylvia Grande, stellvertretende Vorsitzende des Seniorenrates Brandenburg, deutlich: „Rund ein Viertel der Bürgerinnen und Bürger in Brandenburg ist inzwischen 65 Jahre oder älter. Für diese Menschen ist eine verlässliche Nahversorgung mit Bargeld besonders wichtig, sei es wegen eingeschränkter Mobilität oder fehlender technischer Ausstattung.“ Dr. Paul Rudel vom Generaldirektorat Bargeld der Bundesbank bestätigte mit aktuellen Zahlen die besondere Situation im Flächenland Brandenburg.

Fazit

Für die Verbraucherzentrale steht fest: Bargeld ist unverzichtbar für gesellschaftliche Teilhabe und die Wahlfreiheit beim Bezahlen. Nun sei die Landespolitik gefordert, entsprechende gesetzliche Regelungen zu schaffen.

Weitere Informationen: verbraucherzentrale-brandenburg.de


Vorschaubild: Symbolbild Canva
Quelle: Verbraucherzentrale Brandenburg

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