Hoher Besuch aus Brüssel in der deutsch-polnischen Grenzregion: Am 23. April 2026 war EU-Kommissar Piotr Serafin, zuständig für Haushalt, Betrugsbekämpfung und öffentliche Verwaltung, in der Geschäftsstelle der Euroregion PRO EUROPA VIADRINA zu Gast. Im Gepäck hatte der gebürtige Pole eine erfreuliche Botschaft – und persönliche Erinnerungen.

„Das ist auch meine Euroregion“
Serafin, der aus dem nahegelegenen Sulęcin stammt, ließ zu Beginn des Gesprächs keinen Zweifel an seiner Verbundenheit mit der Region aufkommen: „Die Euroregion PRO EUROPA VIADRINA ist auch meine Euroregion! Als die Euroregion vor über 30 Jahren entstand, war ich einer der über 400.000 Einwohner ihres polnischen Teils.“ Begleitet wurde der Kommissar von Joanna Sterzyńska-Lindberg, Leiterin der EU-Vertretung in Wrocław, sowie von Vertretern der EU-Vertretung in Berlin.
Mehr Geld für grenzüberschreitende Zusammenarbeit?
Im Mittelpunkt des Austauschs stand die Zukunft des Förderprogramms INTERREG – des wichtigsten Finanzierungsinstruments für grenzüberschreitende Projekte. Hier ließ Serafin aufhorchen: In seinem Entwurf für den nächsten EU-Haushalt sei vorgesehen, das INTERREG-Budget gegenüber dem aktuellen Niveau anzuheben. Aus Brüsseler Sicht entstehe gerade an den Binnengrenzen jener europäische Mehrwert, den die EU mit ihren Mitteln gezielt fördern wolle. Mit Blick auf den Mehrjährigen Finanzrahmen 2028–2034 sicherte Serafin die Fortsetzung des Kooperationsprogramms zu.
Stimmen aus der Euroregion
Empfangen wurde der Kommissar von Sascha Gehm, Vorsitzendem des deutschen Trägervereins und 1. Beigeordnetem des Landkreises Oder-Spree, vom stellvertretenden Geschäftsführer Armand Adamczyk sowie von Krzysztof Szydłak, Direktor des polnischen Trägervereins. Auch Słubices Bürgermeisterin Marzena Słodownik und Sören Bollmann, Leiter des Frankfurt-Słubicer Kooperationszentrums, hießen den Gast in der Doppelstadt willkommen.
Sascha Gehm betonte: „Es gibt hier unzählige grenzübergreifende Initiativen und Projekte in allen Bereichen des öffentlichen Lebens, die nur dank der finanziellen Unterstützung der Europäischen Union möglich geworden sind.“ Für ihn war es wichtig, dem Kommissar die wachsenden Bedarfe in der Region direkt vor Augen zu führen.
Krzysztof Szydłak zeigte sich nach dem Treffen zuversichtlich: Aus Sicht der Europäischen Kommission habe das, was in der Euroregion geleistet werde, einen klaren europäischen Mehrwert. Das Gespräch sei zugleich Ansporn, die Zusammenarbeit weiter auszubauen.
Weitere Themen und Stationen
Vorgestellt wurden unter anderem das Projekt zur Etablierung von GrenzInformationsPunkten (GIP) sowie der Klein-Projekt-Fonds. Auch der grenzübergreifende Jugendaustausch und der Dialog zwischen lokalen und regionalen Behörden waren Thema.
Der Besuch in Frankfurt (Oder) war Teil einer mehrtägigen Reise des Kommissars durch die Euroregion. Im Anschluss nahm Serafin am Youth Policy Dialog im Collegium Polonicum in Słubice teil – mit Studierenden der Europa-Universität Viadrina und der Adam-Mickiewicz-Universität Poznań. Am 30. April besuchte er im Rahmen der EU-Initiative #BackToSchool seine ehemalige Schule in Sulęcin.
Vorschaubild: Besuch von EU-Kommissar Piotr Serafin in der Euroregion PRO EUROPA VIADRINA am 23.04.2026 (Foto: Archiv Euroregion PEV)
Quelle: Euroregion PRO EUROPA VIADRINA Mittlere Oder e.V.




