Verbraucherzentrale warnt: KI macht Schockanrufe gefährlich authentisch
„Oma, ich hatte einen Unfall und brauche sofort Geld!“ – Was wie die verzweifelte Stimme der Enkelin klingt, ist in Wahrheit ein KI-generierter Betrugsversuch. Zum Safer Internet Day am 10. Februar warnt die Verbraucherzentrale Brandenburg vor einer neuen Dimension des Telefonbetrugs.
Die neue Masche: Deepfake-Stimmen am Telefon
Kriminelle setzen zunehmend Künstliche Intelligenz ein, um Stimmen von Angehörigen täuschend echt nachzuahmen. „Der eingesprochene Hilferuf am Telefon ist dadurch oftmals schwer als Fake-Anruf zu erkennen“, erklärt Michèle Scherer, Digitalexpertin bei der Verbraucherzentrale Brandenburg. Anders als beim klassischen Enkeltrick können Menschen aller Altersgruppen Opfer werden.
Wenige Sekunden reichen für die Fälschung
Bereits kurze Sprachfragmente aus sozialen Netzwerken oder anderen Online-Quellen genügen den Betrügern. Mit speziellen Programmen entstehen daraus sogenannte Deepfakes – Audioaufnahmen, in denen Personen Aussagen tätigen, die sie nie gemacht haben. „Unnatürliche Gesprächsverläufe oder Lücken können Hinweise sein“, so Scherer. „Dennoch müssen Betroffene sehr genau hinhören.“
So schützen Sie sich
- Ruhe bewahren: Lassen Sie sich nicht zu überstürzten Entscheidungen drängen
- Auflegen und zurückrufen: Kontaktieren Sie die Person selbstständig unter einer bekannten Nummer
- Gezielte Fragen stellen: Fragen Sie nach Details, die nur die echte Person kennen kann
- Dokumentieren: Notieren Sie Datum, Uhrzeit, Gesprächsverlauf und Rufnummer
- Anzeige erstatten: Informieren Sie bei Verdacht die Polizei
KI-Betrug in vielen Varianten
Nicht nur am Telefon wird es gefährlich: Mit KI lassen sich auch täuschend echte E-Mails erstellen oder Videos fälschen, um etwa unseriöse Geldanlagen glaubwürdig erscheinen zu lassen. Die Verbraucherzentrale rät: „Bevor Sie Geld überweisen, einem Angebot zustimmen oder ein Investment tätigen, nehmen Sie sich Zeit, um in Ruhe zu prüfen, was dahintersteckt.“
Beratung und Information
Verbraucherzentrale Brandenburg
Terminvereinbarung: 0331 / 98 22 999 5 (Mo–Fr, 9–18 Uhr)
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Quelle: Verbraucherzentrale Brandenburg




