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Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 10,6 Grad Celsius betrug die Durchschnittstemperatur in Lindenberg im Jahr 2025. Zwar etwas kühler als das Rekordjahr 2024 mit seinen 11,7 Grad, doch nach wie vor auf besorgniserregend hohem Niveau. Diese Entwicklung wird am Wettermuseum Lindenberg auf ungewöhnliche Weise sichtbar gemacht – durch einen Klimazaun, der auf Grundlage von über 100 Jahren Messgeschichte den fortschreitenden Klimawandel anschaulich dokumentiert.

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Politischer Besuch mit symbolischer Geste

Anfang Januar befestigte die Bundestagsabgeordnete Andrea Lübcke (Bündnis 90/Die Grünen) die neue Zaunlatte für das Jahr 2025 am Klimazaun des Museums. Die Politikerin, die im Bundestagsausschuss für Forschung und Technologie sitzt, nutzte ihren Besuch im Landkreis Oder-Spree, um sich über die Arbeit der einzigartigen Einrichtung zu informieren.

Frau Dr. Andrea Lübcke (Bündnis 90/Die Grünen) beim Anbringen der neuen Zaunlatte den den Klimazaun des Wettermuseums – Foto: Wettermuseum e.V.

Das Wettermuseum – Museum für Meteorologie und Aerologie – ist weit mehr als eine Sammlung historischer Messgeräte. Auf 4.000 Quadratmetern Ausstellungs- und Bildungsfläche vermittelt das vereinsgeführte Museum Wissen über Wetter, Klima und Atmosphärenforschung. Direkt nebenan befindet sich das Meteorologische Observatorium Lindenberg, das zum Deutschen Wetterdienst gehört und täglich wertvolle Daten für Wettervorhersage und Klimaforschung liefert.

Von historischen Drachenaufstiegen zur modernen Präzisionsmessung

Museumsgründer Dr. Bernd Stiller führte die Abgeordnete durch die Ausstellung und erzählte die Geschichte des Standorts – von den Anfängen der Aerologie bis zu heutigen Hochpräzisionsmessungen. Geschäftsführer David Gornickel ergänzte mit Einblicken in die aktuelle Bildungsarbeit. Ein besonderes Jubiläum steht bevor: Das Museum feiert 2026 sein zwanzigstes Bestehen.

Frau Dr. Andrea Lübcke (Bündnis 90/Die Grünen) mit einer Mitarbeiterin des Deutschen Wetterdienstes beim Ballonaufstieg – Foto: Wettermuseum e.V.

Ein Höhepunkt des Besuchs war die Beobachtung eines Wetterballonaufstiegs am benachbarten Observatorium. Die täglich durchgeführten Radiosondenaufstiege liefern Messdaten, die auf nationaler und internationaler Ebene unverzichtbar für Wetterprognosen und Klimaforschung sind.

Wissenschaft unter Druck – gerade jetzt wichtig

Andrea Lübcke ordnete die Bedeutung solcher Einrichtungen in den aktuellen politischen Kontext ein: „Hier wird sichtbar, was Wissenschaft leistet: Messungen, Daten und ihre anschauliche Vermittlung machen den Klimawandel begreifbar.“ Mit Blick auf internationale Entwicklungen warnte sie: „Gleichzeitig erleben wir weltweit, wie Klimaforschung unter Druck gerät, etwa durch ideologisch motivierte Einschnitte in den USA. Das Streichen von Geldern für Klimaforschung ändert nichts am Klimawandel – es entscheidet nur darüber, ob wir ihn verstehen.“

Etablierter Bildungspartner für 39 Schulen und Kitas

Besonders würdigte die Abgeordnete die Rolle des Museums als außerschulischer Lernort: „Das Wettermuseum schafft es, komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge für Kinder, Jugendliche und Erwachsene verständlich und fundiert zu vermitteln.“ Tatsächlich arbeitet das Museum inzwischen mit 39 Bildungseinrichtungen aus der Region zusammen und hat sich als wichtiger Partner für Klima- und Umweltbildung etabliert.

In Zeiten, in denen wissenschaftliche Fakten zunehmend in Frage gestellt werden, leisten Einrichtungen wie das Wettermuseum Lindenberg einen unverzichtbaren Beitrag: Sie übersetzen abstrakte Daten in konkrete Erfahrungen und schaffen damit Verständnis und Vertrauen in wissenschaftliche Erkenntnisse.


Vorschaubild: David Gornickel (Geschäftsführer des Wettermuseums) und Frau Dr. Andrea Lübcke (Bündnis 90/Die Grünen) vor dem Klimazaun des Wettermuseums – Foto: Wettermuseum e.V.
Quelle: Wettermuseum e.V. Lindenberg

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