In Frankfurt (Oder) und Słubice sind Vertreterinnen und Vertreter europäischer Institutionen und EVTZs (Europäischer Verbund für Territoriale Zusammenarbeit) aus 13 Ländern zusammengekommen. Ihr Ziel: der Doppelstadt bei der Gründung eines eigenen EVTZ Rückenwind geben und eigene Erfahrungen weitergeben. Im Mittelpunkt standen die grenzüberschreitenden Arbeits- und Entscheidungsstrukturen, das reibungslose Zusammenspiel zwischen dem EVTZ und beiden Stadtverwaltungen sowie die Frage, wie sich Fördermittel künftig wirksam einsetzen lassen – vor allem für Stadtentwicklung, Verkehr und nachhaltige Mobilität.

Für Frankfurt (Oder) und Słubice hätte ein EVTZ gleich mehrere Vorteile. Er gäbe der Doppelstadt eine starke gemeinsame Stimme auf europäischer Ebene, etwa im Ausschuss der Regionen oder in der Arbeitsgemeinschaft europäischer Grenzregionen. Dort haben EVTZs besonderes Gewicht – gerade jetzt, wo über die Prioritäten der nächsten EU-Förderperiode entschieden wird. Hinzu kommt: Die Fördermittel werden künftig knapper und die Konkurrenz größer. Eine auf beiden Seiten anerkannte Rechtsform erleichtert es, Mittel aus verschiedenen Quellen klug zu verknüpfen. Genau das braucht die Doppelstadt für ihren gemeinsamen Masterplan 2025–2035. Und es kommt auf das Tempo an, denn die neue EU-Förderperiode 2028–2034 steht vor der Tür.
An der Konferenz, gefördert aus dem EU-Programm Interreg Europe, nahmen erfahrene EVTZs aus ganz Europa teil – darunter „Pons Danubii“ (Slowakei–Ungarn), „Kvarken Council“ (Finnland–Schweden) und „Tyrol-Südtirol-Trentino“ (Österreich–Italien) sowie die Euregio Maas-Rhein und der Trinational Eurodistrict Basel.
Europaweit gibt es derzeit 87 EVTZs. Der 88. entsteht gerade im Norden der deutsch-polnischen Grenzregion in der Euroregion Pomerania. Nach dreijähriger Vorarbeit ist die Gründung des Frankfurt-Słubicer EVTZ „Ohne Grenzen – Bez Granic“ nun auf der Zielgeraden: Die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung befürwortete sie Anfang 2026 mit breiter Mehrheit. Die Słubicer Stadtverordneten sahen auf ihrer Sitzung am 18. Juni 2026 noch Klärungsbedarf und vertagten den Beschluss.
Quelle: Stadtverwaltung Frankfurt (Oder)




